Benutzername:
Passwort:
 Dienstag, 21. November 2017 07:10 : 6 User online
Uelsby
Wohnen in Uelsby
Gewerbe
Sonstiges

FFW Uelsby

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Uelsby

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Uelsby. 

 


Freiwillige Feuerwehr

 Uelsby

 
 

 
Die Gründung

Am 2. Februar 1886 hatte man in Uelsby zu einer Gemeindeversammlung geladen, um über die Gründung und Unterstützung einer freiwilligen Feuerwehr in Uelsby zu beschließen.

 Es kam nicht dazu.

Ob die Begeisterung für eine Wehr in Uelsby nur schwelte? Anwesend waren jedenfalls weniger als die Hälfte der 22 stimmberechtigten Gemeindeglieder. Wer auch immer die Begeisterung denn doch entflammt haben mag  -  zur sofort einberufenen Sitzung am

8. Februar 1886 (also nur 6 Tage später) erschienen dann 17 der 22 Mitglieder mit 48 der

53 Stimmen (dazu später). Diese bewilligten dann auch gleich 350 Mark (siehe auch Ausrüstung).

Die eigentliche Gründungsversammlung fand 3 Wochen später am 1. März 1886 statt

Im Gründungsprotokoll heißt es: „Die hiesige freiwillige Feuerwehr wurde am 1. März 1886 von Einwohnern der Gemeinde Uelsby zum Zwecke der gegenseitigen Hilfeleistung gegründet“. Einem Feuer war man allerdings auch vorher nicht ganz wehrlos ausgeliefert; denn dem Gründungsprotokoll ist zu entnehmen, daß eine Spritze bereits vorhanden war. Es wird allerdings festgestellt, daß die vorhandenen Schläuche nicht mehr brauchbar sind und durch neue ersetzt werden müssen.

Je nach Größe der Höfe waren die Besitzer im Brandfall verpflichtet, den Betroffenen mehr oder entsprechend weniger Hilfe zukommen zu lassen. Das erklärt auch das nach unserem Demokratieverständnis ungewöhnliche Stimmrecht. Wer viel hatte, hatte viel zu sagen  - mußte allerdings auch mehr leisten. Hufner (Großbauern) hatten bis zu 13 Stimmen  -  so der Hof Quastrup  - , Parzellisten (Kleinbauern), Handwerker und selbst der Müller hatten nur eine Stimme. Nicht immer waren sich alle einig, doch am 8.2.1886 beschloß man einstimmig, das notwendige Geld und die sonst notwendige Hilfe für die Feuerwehr aufzubringen. Bis 1890 bestand dann auch noch die Zwangswehr mit 20 Mitgliedern -  so viele waren angeblich notwendig, um die Handspritze bedienen zu können.

 

Seit der Gründung der Feuerwehr wurde ein Protokollbuch geführt, welches in erster Linie die jährlichen Generalversammlungen dokumentiert und das auf dem Umschlag schon das Datum 1. März 1886 trägt. 16 Männer starteten das „Unternehmen“, wählten sofort einen Hauptmann und einen Stellvertreter und bildeten eine Steiger- und eine Spritzenabteilung.

 

Das Protokollbuch ist ein „Jahrhundertwerk“, das  -  bis auf wenige Lücken  -  nicht nur die erste Versammlung, sondern auch die letzte Generalversammlung protokolliert. Das neue liegt bereit. Andere Wehren waren oft nachlässiger und verfügten häufig nur über Rechnungs-belege bzw. Rechnungsbücher als Nachweis ihrer ungefähren Entstehungszeit. Das Rechnungsbuch der Freiwilligen Feuerwehr Uelsby beginnt mit den notwendigen Eintragungen erst 1908  -  also mit 22 Jahren Verspätung. Wollen wir unseren Vorfahren dieses Versäumnis nachsehen und darauf hinweisen, daß etwaige Verfehlungen ohnehin Inflation und Währungsreformen zum Opfer gefallen sind.

 

 

Die Gründungsmitglieder

An besagtem 1. März 1886 wählten  -  gleichberechtigt mit je einer Stimme  -  Männer aus ihrer Mitte den Müller Christian Wriedt zu ihrem ersten Wehrführer, der damals noch als Hauptmann bezeichnet wurde.

Außer Christian Wriedt waren es folgende Gründungsmitglieder:

(Berufsbezeichnungen sind als Erinnerungshilfe gedacht)

Der Landwirt Johannes Nissen, der gleichzeitig stellvertretender Hauptmann war, Kaufmann Peter Hansen, Landwirt Peter Thiesen, Landwirt Nicolaus Winter, Schuhmacher Johannes Thomsen, Gastwirt Hans Jürgensen, Schuhmacher Erwin Jessen, Landwirt Johannes Asmussen, Landwirt Claus Heldt, Landwirt Erich Bock, Landwirt Wilhelm Kramer, Tischler Peter Jürgensen, Schmied Carl Carlsen, Maler Peter Lund, Holzschuhmacher Wilhelm Carstensen und Landwirt Johannes Callsen

 

1. Steiger:   Johs. Callsen, Nicolaus Winter, Erwin Jessen, Hans Jürgensen, Johs. Thomsen

2. Spritzenabteilung:  H. Jessen, W. Carstensen, E. Hansen, A. Nissen, Peter Jürgensen,W. Cramer, J. Asmussen, C. Carlsen, P. Tams, J. Heldt, P. Hansen, P. Thiesen, E. Bock.

3. Ehrengericht:   P. Thiesen, J. Nissen, E. Bock, J. Heldt

 

Die Erstausrüstung:

Eine Handdruckspritze war bereits vorhanden und wurde der Feuerwehr von der Gemeinde überlassen, die dazu gehörigen Hanfschläuche waren allerdings unbrauchbar.

Für die anfangs bereits erwähnten 350 Mark wurden angeschafft:

24 Lederhelme, 24 Leinenblusen, 8 Steigergurte, 16 Mannschaftsgurte, 4 Beile mit Tasche,

7 Steigerleinen, eine Ansatzleiter, 4 Dachleitern, 2 Halterhaken, 9 Signalpfeifen und

4 Feuerpatschen.

 Apropos Feuerpatsche  -  sie galt auf dem Feuerwehrverbandstag in Neumünster im Jahre 1884 angeblich als eine Art Spitzengerät der Brandbekämpfung. Bis zu 6 m lang war sie. Mit dem mehrfach zusammengelegten Sackleinen sah sie aus wie ein überdimensionaler Fliegenklatscher, mit dem man Funkenflug und Entstehungsbrände einzudämmen in der Lage war. Sie gehörte nicht nur zur Ausrüstung der Wehr, sondern auch an jedes Haus mit Reetdach. Bedient wurde sie von Steigern, denjenigen Feuerwehrkameraden, die kopffest (schwindelfrei) waren.

An der Handdruckspritze waren zwangsläufig ein großer Teil der übrigen Männer im Einsatz.

Ca. 8 Leute waren gleichzeitig am Pumpen. Sie mußten schon nach kurzer Zeit abgelöst werden, um sich für den nächsten Wechsel zu erholen. So bestand eine Feuerwehr immer aus einem Steiger- und einem Spritzentrupp.

 

„Das Spritzenhaus“

Das erste Spritzenhaus in Uelsby, welches auf Kirchenland gestanden hat neben dem Löschteich am heutigen Bürgerpark, wurde wohl früher als Arrest umfunktioniert. Es mögen in erster Linie Wander- oder Handwerksburschen, manchmal auch Soldaten oder einfach junge Kerle gewesen sein, die wohl mal einen Rausch oder eine Rauferei auskurieren mußten. Die damalige Handdruckspritze wurde dann auf dem naheliegenden Hof Callsen ausquartiert.

 

Das erste Spritzenhaus hat fast 80 Jahre seine Funktion erfüllt. Erst nach dem 2. Weltkrieg  -  die Feuerwehr erwachte nach dem Krieg schnell zu neuem Leben  -  drängte man darauf, ein neues Haus zu bauen. Das alte war baufällig geworden und, was hinzukam, man hatte im Mai 1943 eine neue Motorspritze erhalten. Das 1947 Beschlossene wurde schon 1949 realisiert: Das Feuerwehrgerätehaus wurde bei Bachler (Kaufmann) neben der damaligen Meierei fertiggestellt und Motorspritze, anderes Feuerwehrgerät und ab und zu die Hühner des Meieristen hatten wieder ein Dach überm Kopf (siehe auch Gegenwart der Feuerwehr). Die Entscheidung für diesen Standort fiel übrigens in der Annahme, daß es eine Meierei in Uelsby ja immer geben werde. Ein Trugschluß  -  wie inzwischen jeder weiß. Als die Meierei Anfang der 60iger Jahre verkauft wurde, hieß es erneut: Umziehen!

Am 17. Juli 1964 konnte das jetzige Feuerwehrgerätehaus mit dem dazugehörigen Unterrichtsraum für 30 Personen der Wehr übergeben werden (am alten Schulhof, verbunden mit dem Dorfhaus). Der Platzmangel war mit den zwei Einstellplätzen behoben und fast genauso wichtig: Durch die enorme Eigenleistung und verschiedene Zuschüsse konnte die Bausumme  -  im Kostenvoranschlag mit 24.000,00 DM angegeben  -  weit unterschritten werden. Die Schlüsselübergabe erfolgte  -  unter den Klängen der Struxdorfer Feuerwehrkapelle  -  an den ehemaligen Bürgermeister Nicolaus Schaaf, der diesen an den Wehrführer Peter Fintzen weitergab und so das Gebäude seiner Funktion zuführte.

 

Allgemeines

In Uelsby waren es 16 Männer, die das Unternehmen starteten. Und dennoch gibt es auch über Frauen etwas zu sagen, die allerdings meist als Ehefrauen vorkommen und deren Hilfe-

leistungen nach manchem „Brand“ auch nicht zu unterschätzen sind. Im übrigen haben sie im Laufe der Zeit einen beträchtlichen Teil dazu beigetragen, daß gerade die Feuerwehr bei uns ein fester Bestandteil auch des kulturellen Lebens in der Gemeinde ausmacht. Ausflüge, Feuerwehrbälle und andere Feste  -  vieles von dem wäre ohne die Feuerwehr, und schon gar nicht ohne die Frauen  -  kaum zustande gekommen.

Es mag manchen verwundern, von 1890 bis zum Beginn des ersten Weltkrieges gab es in Uelsby sogar eine Feuerwehrkapelle.

 

Da es zu Beginn ja auch noch die schon erwähnte Zwangswehr gab, die ja auch noch dieselbe Spritze benutzte, wurde für Uelsby ein für beide Wehren zuständiger  Oberbrandmeister gewählt. Es war der damalige Amtsvorsteher Johannes Callsen. Dieser war Abteilungsmeister der Zwangswehr und hatte in Christian Hansen seinen Stellvertreter und Unterführer für die Hilfsmannschaften, Die Freiwillige Feuerwehr hatte die ersten Bewährungsproben bestanden, als die Spur der Zwangswehr im Sande verläuft. Johannes Callsen hatte allerdings als heraus-

ragendes Ereignis der früheren Feuerwehrgeschichte im Jahre 1897 die erste „Hauptübung sämtlicher Wehren des Amtsbezirks Uelsby“ einberufen, wenn man so will: den Vorläufer der heutigen Amtsübung.

Bevor der 1. Weltkrieg ausgebrochen war, hatte auch der 3. Wehrführer sein „Regiment“ beendet. Es war Heinrich Jessen  -  auch noch eines der Gründungsmitglieder von 1886. Bei ihm taucht aus unerfindlichen Gründen die erste Lücke im Protokollbuch auf: Das Jahr 1906 scheint es für die Feuerwehr nicht gegeben zu haben. 1907 wird ein neuer Hauptmann gewählt. Ein Mann, der schon 6 Jahre vorher Steigerführer geworden war und der von nun an fast drei Jahrzehnte (29 Jahre) die Freiwillige Feuerwehr Uelsby anführen wird. Es ist der Tischler August Hansen aus Uelsbyholz.

 
Die Gegenwart der Feuerwehr

Sie beginnt mit den motorisierten Spritzen (TSA-Tragkraftspritzen), die auch schon mit Treckern gezogen wurden  -   zu Übungen allerdings häufig auch  per Hand. Wenn es ernst wurde, galt es schnell zu sein, und so hatte auch derjenige, der zuerst mit seinem Trecker am Spritzenhaus war, eine anerkennende Belohnung zu erwarten.

Seit 1943 besaß man die TSA 8 (800 l/min), die bis 1971 ihren Dienst tat, und die schon 1961 durch ein überörtliches Fahrzeug ergänzt wurde. Somit konnte auch die TSA 8 schneller bewegt werden. So schnell, daß  -  beim Ausrücken der Wehr zu einem Brand in Uelsbyholz –

die herabkullernden Eier jedem zu spät Kommenden den Weg zeigen konnten (siehe auch „Das Spritzenhaus).  Das allerdings ist auch schon Geschichte  - oder besser eine Anekdote  -,

die sich bei aller Liebenswürdigkeit wohl kaum wiederholen kann, da die Hühner kaum eine Gelegenheit zum Fremdlegen erhalten, schon gar nicht im Dorf- und Spritzenhaus.

Das überörtliche Fahrzeug (ziviler Bevölkerungsschutz) von 1961 war mit Seilwinde, Wassertank, einer Spritze für Kleinbrände und Gerät für Hilfeleistungen und Atemschutz ausgerüstet und bedeutete eine entscheidende Verbesserung für das regionale Feuerwehrwesen.

1971 erhält die Wehr eine neue Tragkraftspritze.

1972 ein neues TS-Fahrzeug (Ford)

1982 wird das überörtliche Fahrzeug für 1500,00 DM von der Gemeinde übernommen. Seither verfügt die Uelsbyer Feuerwehr über zwei eigene Fahrzeuge. Im selben Jahr erwirbt die Gemeinde 4 neue modernste Atemschutzgeräte.

 

Wehrführer von 1886 bis heute:

 1. Christian Wriedt         von 1886  -  1898

 2. Johs. Nissen             von 1898  -  1901

 3. Heinrich Jessen        von 1901  -  1907

 4. August Hansen           von 1907  -  1935

 5. Asmus Klinker           von 1935  -  1943

 6. Heinrich Dunker         von 1943  -  1947

 7. Aug. Schlobohm        von 1947  -  1960

 8. Peter Fintzen              von 1960  -  1988

 9. Jürgen Fintzen            von 1988  -

 

 

 

Publiziert am: Montag, 14. August 2006 (9978 mal gelesen)
Copyright © by www.uelsby.de

Druckbare Version

[ Zurück ]

Alle Logos und Warenzeichen auf dieser Seite sind Eigentum der jeweiligen Besitzer und Lizenzhalter.
Im übrigen gilt Haftungsausschluss. Weitere Details finden Sie im Impressum.

Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2006 - 2017 by www.uelsby.de

Diese Webseite basiert auf pragmaMx 1.12.3.

Hinweis: Mit dieser Homepage wird keine kommerzielle Nutzung angestrebt.


Seitenerstellung in 0.0422 Sekunden, mit 16 Datenbank-Abfragen